Immer einen Schritt voraus: Warum Uster seine Wasserversorgung immer wieder neu denken musste.

Wer heute den Wasserhahn aufdreht, macht sich kaum Gedanken darüber, woher das Wasser kommt. Genau das ist das Ziel einer guten Wasserversorgung: Sie funktioniert einfach. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

Die Geschichte der Ustermer Wasserversorgung ist keine Geschichte eines einzigen grossen Bauprojekts. Sie ist eine Geschichte des Weiterdenkens. Immer wieder stand dieselbe Frage im Raum: «Reicht das auch noch für morgen?»

Als Uster wuchs, stieg auch der Wasserbedarf. Neue Wohnquartiere entstanden, Fabriken siedelten sich an und immer mehr Menschen waren auf eine sichere Trinkwasserversorgung angewiesen. Was gestern noch ausreichte, musste schon wenige Jahre später erweitert werden. Neue Quellen wurden erschlossen, Reservoirs gebaut, Leitungen ergänzt und das Versorgungsnetz laufend weiterentwickelt.

Dabei ging es nie nur darum, auf Veränderungen zu reagieren. Die Wasserversorgung musste ihrer Zeit oft einen Schritt voraus sein. Denn neue Anlagen entstehen nicht von heute auf morgen – sie werden Jahre im Voraus geplant.

Genau deshalb ist die Wasserversorgung heute so zuverlässig: Nicht, weil sie irgendwann fertig war, sondern weil sie sich seit über 150 Jahren immer wieder weiterentwickelt hat.

Historische Fundstücke

Kleine Geschichten aus über 150 Jahren Wasserversorgung.

Wasser war schon früh ein kostbares Gut.
Bereits 1776 wurde in einem offiziellen Dokument geregelt, wie das Wasser auf die Dorfbrunnen verteilt werden sollte.
Der «Millionenbach» machte Uster gross.
Der Aabach trieb Mühlen und Fabriken an und brachte der Region Wohlstand. Nicht ohne Grund wurde er einst auch «Millionenbach» genannt.
Wasser kennt keine Gemeindegrenzen.
Als in den 1950er-Jahren neue Grundwasservorkommen erschlossen wurden, arbeiteten Uster, Maur und Egg zusammen. Gemeinsam entstand eine Grundwasserfassung, die deutlich mehr Wasser lieferte als damals erwartet – bis zu 288m3 pro Stunde.
Früher gab es fast 40 öffentliche Brunnen.
Anfang der 1970er-Jahre wurden in Uster 39 öffentliche Brunnen gezählt: 19 wurden bereits von der Wasserversorgung gespeist, 20 verfügten noch über eigene Quellen.
Nicht jede Wasserquelle wurde genutzt.
Bei der Suche nach neuen Grundwasservorkommen stellte sich heraus, dass eine mögliche Fassung zwar genügend Wasser geliefert hätte, dafür aber Bäche austrocknen und ein Naturschutzgebiet gefährden könnte. Das Pumpwerk wurde deshalb nie gebaut.