Veröffentlicht 2. Juli 2026

Einen Schritt voraus

Strom aus erneuerbaren Quellen ist der Schlüssel zu einer umweltfreundlichen und zukunftsorientierten Energieversorgung. Damit die Energie zuverlässig ankommt, braucht es jedoch ein Stromnetz, das mitwächst und flexibel ist. Energie Uster arbeitet kontinuierlich daran und auch die Kund*innen leisten ihren Teil dazu.

Photovoltaikanlagen auf Dächern und Fassaden, Wärmepumpen und E-Mobilität – die Art, wie wir Strom erzeugen und nutzen, verändert sich rasant. Damit das funktioniert, müssen auch unsere Stromnetze Schritt halten und den neuen Anforderungen gewachsen sein.

Energie Uster erweitert das Stromnetz laufend: Zusätzliche und leistungsstärkere Kabel, neue Verteilkabinen und Transformatorenstationen sorgen dafür, dass der wachsende Leistungsbedarf zuverlässig gedeckt bleibt. Doch reiner Netzausbau genügt nicht. Wenn viele kleine, dezentrale Quellen Strom produzieren, müssen die Netze diesen intelligent verarbeiten. Der Strom soll dort ankommen, wo er gebraucht wird – und zwar genau dann, wenn er gebraucht wird. Smart Grids machen das möglich. Sie sind deshalb ein zentraler Pfeiler der Energiestrategie 2050 des Bundes.

Das können intelligente Netze

Integrierte Elektrizitätsnetze sind optimal dimensioniert und nutzen moderne Informations- und Kommunikationstechnologien, um neue Funktionen zu ermöglichen. Intelligente Steuerungen gleichen dabei die schwankende Stromerzeugung aus, die mit erneuerbaren Energien einhergeht, und bringen Verbrauch und Produktion ins Gleichgewicht. So entstehen weniger Leistungsspitzen, die das System belasten oder im schlimmsten Fall überlasten. Kurz gesagt: Smart Grids sorgen für einen sicheren, effizienten und zuverlässigen Netzbetrieb.

 

Smart Meter – das digitale Rückgrat

Smart Meter – intelligente, digitale Stromzähler – gelten als erster wichtiger Schritt zum intelligenten Netz der Zukunft, welcher flexibel sein muss. Sie messen den Energieverbrauch präzise und übermitteln die Daten automatisch an die Netzbetreiber. Die Stromversorgungsverordnung (StromVV) schreibt ihre Einführung verbindlich vor. Bis 2027 müssen Stromversorgungsunternehmen mindestens 80 Prozent der herkömmlichen Zähler durch Smart Meter ersetzen. Energie Uster hat diese Vorgabe bereits 2025 erreicht.

Intelligente Spannung – Transformation mit Köpfchen

Ein weiterer Schlüssel zum Smart Grid – integriertes Stromnetz – ist der optimale Betrieb des Netzes zur Spannungs­haltung. Besonders wichtig wird das bei der Einspeisung von Solarstrom, dem Betrieb von Wärmepumpen und E-Mobilität. Diese gilt es, optimal einzusetzen.

 

Flexibilität als Schlüsselfaktor

Auch auf Seite der Verbraucher*innen und Erzeuger*innen braucht es intelligente Steuer- und Regelsysteme. Sie schaffen die nötige Flexibilität, um Schwankungen zwischen Einspeisung und Verbrauch auszugleichen. In Uster ist dafür eine Rundsteuerungsanlage im Einsatz – bislang in Notfällen, um Anlagen bei Netzproblemen gezielt abzuschalten oder Lastspitzen zu senken.

Lokale Energiemanagementsysteme (EMS)

Die Entwicklung geht klar in Richtung lokaler Energie­managementsysteme (EMS). In Uster sind sie bei E-Mobilitäts-Lösungen mit mehreren Ladestationen bereits Pflicht. EMS ermöglichen es, die Kapazität eines bestehenden Netz­anschlusses optimal zu nutzen und die Last gleichmässig zu verteilen. Die Energie Uster bietet ein bewährtes EMS aus der Schweiz an, das E-Mobilität, aber auch PV-Anlagen oder Wärmepumpen steuern kann. Kund*innen können damit steuern, wann und wie viel ihres selbst produzierten Solarstroms sie verbrauchen oder speichern – und so Lastspitzen am Hausanschluss gezielt vermeiden.

 

Dynamische Preise als Zukunftsmodell

In Zukunft könnten dynamische Netznutzungs­preise helfen, die Netzbelastung besser zu steuern und Energie zu brauchen, wenn diese in grossen Mengen vorhanden ist. Das Prinzip ist einfach: Bei hoher Auslastung steigen die Preise, bei geringer Belastung sinken sie. Automatisierte Systeme könnten dann energieintensive Geräte gezielt in günstigen Tarifzeiten aktivieren. Das reduziert Spitzenlasten, entlastet das Netz – und kann teuren Netzausbau vermeiden oder verzögern. Auch Produktionsanlagen können zur Netzstabilität beitragen. Bei negativen Energiepreisen drosseln grosse PV-Anlagen künftig automatisch ihre Leistung. Alternativ wäre denkbar, dass Produktionsanlagen gegen Entschädigung freiwillig weniger einspeisen – ein kosteneffizienter Beitrag zur Netzoptimierung.

 

Strom speichern, Lasten glätten

Neben EMS gewinnen auch Batteriespeicher (Battery Energy Storage Systems, BESS) an Bedeutung. Sie speichern Strom in Zeiten hoher PV-Produktion und geben ihn bei Spitzen­verbrauch wieder ab. So lassen sich Leistungsspitzen effizient reduzieren und das Netz weiter stabilisieren.

So können Kund*innen das intelligente Netz mitgestalten

Auch Stromkund*innen tragen dazu bei, dass das Netz stabil und zukunfts­­fähig bleibt – allein durch die Art, wie sie Strom nutzen. Wie?

PV-Anlage

Ihre PV-Anlage fachkundig planen. Wer Grösse und Wechselrichter mit Blick auf einen hohen Eigenverbrauch und eine Produktion im Winterhalbjahr dimensioniert, steigert die Wirtschaftlichkeit und Netzverträglichkeit der Anlage.

Fachpersonen

Vor grösseren Anschaffungen wie Wärmepumpe oder E-Fahrzeug eine Fachperson beiziehen. So lassen sich Bedarf und Anschlusskosten optimal planen und an das bestehende Netz anpassen.

Leistungsspitzen

Ihr Energiemanagementsystem (EMS) mit Batteriespeichern oder thermischen Puffern kombinieren. Damit lassen sich Leistungsspitzen von PV-Anlagen, Wärmepumpen oder E-Mobilität deutlich reduzieren.

Neubau

Bei Neubauten Platz für Verteilkabinen und Transformatorenstationen einplanen. Diese sind oft nötig, werden aber bei der Planung von Liegen­schaften häufig übersehen.

Energiezukunft

Geduld zeigen, wenn Bauarbeiten vorüber­gehend zu Einschränkungen führen. Der Ausbau unseres gemeinsamen Netzes sichert die Stromversorgung von morgen – zuverlässig, nachhaltig und für uns alle.

Energieeffizienz

Energieeffiziente Geräte einsetzen. Das schont nicht nur Ihr Portemonnaie, sondern reduziert auch den Netzausbaubedarf in unserer Region. Besonders bei grossen Verbrauchern wie Wärmepumpen, Boilern, aber auch bei Gefrier- und Kühlgeräten oder Tumblern.